Seminar “Kriegskinder und Kriegsenkel kommen miteinander ins Gespräch”

Am Samstag, den 21.11.2015 fand ein Seminar über das Thema “Kriegskinder und Kriegsenkel kommen miteinander ins Gespräch” statt. Die Dipl. Pädagogin Stephanie Ludwig und der ev. Theologe Alexander Kaestner, beide vom Thema persönlich betroffen, informierten darüber, wie die Erfahrungen der damaligen „Kriegskinder“ im Leben dieser Generation weiter wirken. Die zwischen 1927 und 1945 Geborenen haben lange über ihre Erlebnisse geschwiegen, haben aber oft nicht weiter erklärbare Symptome entwickelt. Dazu gehören: Ängste beim Silvesterfeuerwerk, das Horten von Vorräten, Schwierigkeiten bei der Partnerwahl. Selbst die nach Kriegsende Geborenen tragen schwer an dem, was ihre Eltern erlebt haben. Häufig sind auch noch Auswirkungen auf die Generation der Enkel festzustellen.

Wenn im Alter die Kräfte nachlassen, brechen die Erinnerungen an das Kriegsgeschehen, die während der “aktiven Phase” des Lebens verdrängt wurden, wieder auf.

In der Begleitung sterbender Menschen können diese Themen wieder aufgegriffen werden. Wie verhält man sich als ehrenamtlicher Helfer/Helferin, wie steht man als Familienmitglied dieser Thematik gegenüber?

Zu Beginn des Seminars wurde festgestellt: “Jeder Mensch trägt 100 Jahre Geschichte in sich”. Und nicht nur die in den 1970-er Jahren geborenen Teilnehmer waren erstaunt, wie nachhaltig die Kriegsgeschehnisse von vor über 70 Jahren sich auch noch heute auf ihr tägliches Leben auswirken.